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Jahresausstellung der Künstlergilde DONAU e.V.
im Fürstlich Fürstenbergischen Archiv Donaueschingen
Die Fluchtkiste
Seit der Fertigstellung des Fürstlich Fürstenbergischen Archivs im Jahr 1763 enthält es insgesamt über 300 Fluchtkisten in Magazin A und Magazin B. Darin wurde das Herrschaftsarchiv aufbewahrt mit unterschiedlichen Dokumenten wie Kirchenakten, Verträgen, Briefen, Tagebüchern, Landesordnungen, Lehenreversen, Titulaturen etc.. Außerdem befinden sich hier Nachlässe und Personalakten.
Durch die Ablage von Akten in den Fluchtkisten konnten diese jederzeit – beispielsweise bei Kriegsgefahr oder im Brandfall schnell abtransportiert werden. Dies ist einmal geschehen: 1796 bis 1797 wurden die Kisten im ersten Koalitionskrieg in die Schweiz, 1799 kurzzeitig nach Augsburg transportiert. Auch heute enthalten die Kisten die ursprünglich aufbewahrten, historischen Akten.
Diese Kiste ist die Fluchtkiste der Familie meines Vaters, die 1946 ihr Zuhause in Außergefild im Böhmerwald verlassen mussten. Darin transportierten meine Großmutter Anna, Großvater Josef, meine Onkel Josef und Gustav und mein Vater Johann ihre wichtigste Habe. Auf dem Deckel befindet sich noch die Aufschrift „Familie Zeiselmeier Außergefild“.
Nach verschiedenen Stationen (Heidelberg, Eppelheim, Gamburg, Seiboldenreuth, Eberhartsreuth) wurde mein Großvater mit weiteren Verwandten als Forstarbeiter von der Fürstlich Fürstenbergischen Forstverwaltung eingestellt. Gemeinsam mit ihren Familien bezogen sie Wohnhäuser am Höwenegg. Dies war für sie das erste eigene Zuhause nach mehreren Jahren in provisorischen Unterkünften.
Über diese Zeit waren keine Personalunterlagen zu meiner Familie im Fürstenbergischen Archiv in Donaueschingen zu finden. Die ersten Unterlagen sind Personalinformationen z.B. aus den Jahren 1951 und 1960 über meine beiden Onkel, die im Basaltwerk Immendingen angestellt wurden.
Die Kiste hat danach verschiedene Funktionen erfüllt. Es wurden beispielsweise Kartoffeln darin gelagert und sie verbrachte einige Jahre bei der Ausstellung „Angekommen-Angenommen?“ im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Inzwischen befindet sie sich bei mir zuhause und ich bewahre Bilder darin auf.
Meine abstrakten Bilder durchlaufen mehrere Stationen und entwickeln sich schichtweise im Spannungsfeld von Intuition und Kalkulation, Zufall und Planung. Ich beginne mit einer Idee und frage mich während des Malprozess immer wieder … was wäre wenn … .Daher kann es sein, dass gleichzeitig begonnene Bilder ganz unterschiedliche Wege gehen.
Bitte nehmen Sie die Bilder zum Anschauen gerne aus der Kiste.
Alle Bilder können erworben werden
(Nummer / Titel befinden sich auf der Rückseite)
Format 40×40 cm: € 350
Format 40×50 cm: € 390
Acryl / Stifte auf Holz
